Studienlage 

Wirksamkeit des Einsatzes von Deskbikes am Büro-Arbeitsplatz nachgewiesen

Im Rahmen der Studie "Active Workplace: Physiologische und psychologische Bedingungen sowie Effekte dynamischer Arbeitsstationen (IFA Report 3/2018)" konnten eindeutig positive Effekte auf das Bewegungsverhalten sowie daraus resultierende Wirkungen auf gesundheitliche Risikofaktoren und das Wohlbefinden von Beschäftigten im Büro nachgewiesen werden.

Allgemein gilt darüber hinaus als gesichert: Zusammenhang zwischen Bewegung und Sport und Gesundheit ist positiv. Bewegung ist präventiver Faktor für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes 2 und Übergewicht.

Empfehlung für Erwachsene: 30 min. moderate körperliche Aktivität an 5 Tagen pro Woche oder mindestens 20 min. intensives Training an 3 Tagen pro Woche. Auch als Therapie ist Bewegung allgemein anerkannt, nicht nur bei Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Krebserkrankungen, sondern auch bei psychischen Erkrankungen.

Ist es ausreichend, Empfehlungen im Hinblick auf genügend Bewegung zu befolgen?

Neuere Studien zeigen: Neben körperlicher Inaktivität ist auch langes Sitzen ein eigener Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes 2, Übergewicht und Muskel-Skeletterkrankungen. Sport am Abend kompensiert die Untätigkeit vom Tage nicht.

The Sitting Disease

Mit zunehmender Sitzzeit steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes 2 und Übergewicht. Auch ein Zusammenhang mit Krebserkrankungen wird berichtet. Bewegung in der Freizeit kann den negativen Effekt des Sitzens nur teilweise kompensieren. Kurze häufige Unterbrechungen durch wechselnde Positionen sind am effektivsten.

Früher war der Mensch Jäger und Sammler, also immer auf den Beinen. In vielen Branchen gibt es heute hauptsächlich sitzende Tätigkeiten. Seit es Rolltreppen, Fahrstühle, Autos gibt, hat die tägliche Sitzzeit kontinuierlich zugenommen. Fernsehkonsum bringt die Menschen auch in der Freizeit zunehmend zum Sitzen.

Eine physiologische Erklärung dafür: Inaktivität großer Muskelgruppen unterdrückt die Ausschüttung von Lipoproteinlipase (LPL) in der Muskulatur und reduziert Glukoseaufnahme. LPL ist verantwortlich für die Aufspaltung schädlicher Lipoproteine und den Aufbau von HDL Cholesterol. Bereits geringe Bewegungsreize (Stehen) fördern die Entstehung von LPL.

Einzelergebnisse aus Studien

-> Population Health Science of Sedentary Behavior (Owen, Healy, AustralianDiabStudy, 2010):

  • Mit zunehmendem Fernsehkonsum (Fernsehkonsum als Indiz für sitzende Haltung) steigt das Risiko für Diabetes 2 und andere Parameter des metabolischen Syndroms
  • Active Couch Potato Phänomen: auch bei Personen, die regelmäßig mindestens 150 min. Fitness betreiben, korreliert mehr Zeit vor dem Fernseher mit dem Auftreten von Bluthochdruck und negativen metabolischen Veränderungen.
  • Im Vergleich zu Menschen, die weniger als 2 h /Tag  fernsehen , bewirken 4 und mehr Stunden fernsehen eine Zunahme von 46 % Mortalität bezüglich aller Krankheiten und 80 % Mortalitätsanstieg für Herz-Kreislauferkrankungen (unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, körperliche Aktivität) 
  • Kurze Unterbrechungen der sitzenden Haltung verbessern Body Mass Index, Triglyceride, Glukose

-> Review about Sedentary Time and its Association for Disease Incidence, Mortality and Hospitalization (Biswas, Faulkner et al in Annals of Internal Medicine, 2015)

  • Längere Sitzzeit ist assoziiert mit allgemeiner Mortalität, Mortalität durch Herz-Kreislauferkrankungen, Mortalität durch Krebs, Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, Übergewicht und Diabetes 2.
  • Krebsmortalität und -Inzidenz: signifikant bei Brustkrebs, Kolon-, Gebärmutter- und Ovarialkrebs.

-> Sitting Time and Mortality from all Causes, Cardiovascular Disease and Cancer (Katzmarzyk et al., 2008)

  • Zusammenhang zwischen Länge der täglichen Sitzzeit und Mortalität in einer Prospektivstudie festgestellt. 

-> Auswirkungen von Aktiven Arbeitsplätzen wie Deskbikes, Steh-Sitztische auf die Gesundheit der Probanden (Systematic Review, Torbeyn et al., 2016)

  • Verringerung Sitzzeit, Steigerung Energieumsatz und positiver Einfluss auf Stoffwechselparameter.

-> Studie zur Performance am Aktiven Arbeitsplatz (Torbeyns: cycling on a Bike positively influences Cognitive Performance, 2016)

  • Reaktions- und Aufmerksamkeitstest auf dem Deskbike verbessert, andere neurologische Tests unverändert.